Gloria von Uns

Zwischen die glatten Beine, nah an ihre Hüfte. Eve erwachte noch vor dem Ende, vor den weissen Tropfen.
Kaddish

Sie saß auf einem Stuhl, den einen Fuß auf einem Hocker posierend hingestellt. Die Hände auf dem Kopf gefaltet, die Augen geschlossen. Ihr Rücken lehnte gegen ein Kissen in einem türkisenen Überzug. Sie zeigte dem Künstler, wie auch dem Betrachter, ihr Profil. Ihr Rock fiel nach hinten, da das herauf gestellte Bein dies veranlasste. Dadurch erlaubte sie dem Betrachter einen flüchtigen Blick auf ihre Unterwäsche. Ihre Beine steckten in roten Schlüpfschuhen. Zu ihren Füßen leckte eine beige Katze aus einem Milchteller.[1]
[1] Balthus, Thérèse träumend
OuLiPo

Als P. sich fürchtete, vor den bevorstehenden Tagen, da schien der Tag schon begonnen. Er öffnete die Glastüre, die zu seinem Balkon führte, liess Luft in sein Arbeitszimmer. Der Sommer stand nicht vor der Haustüre. Ein flaues Gefühl, die letzte Nacht, ausgespielt gegen die Stimmen im Kopf. Einsamkeit, was soll daraus schon werden, fragte sich P. Da flog ein Vogel, ein Kleiner mit bunten Federn am Kopf, in sein Zimmer, drehte eine Runde und verschwand wieder.
Dämonen aus Rechnitz

Als sich P. losmachte, von den Gedanken, da fiel ihm ein, es gäbe ein grosses Kunstverständnis in der Stadt. Daraufhin ergab sich eine Situation auf die Nächste, alsbald las er Texte. Da fand er sein Schloss, es lag unweit entfernt in Europa. Es erinnerte es ihn an etwas Vergangenes. Es war weder eine alte Ritterburg noch ein neuer Prunkbau, sondern eine ausgedehnte Anlage, die aus wenigen zweistöckigen, aber aus vielen eng aneinander stehenden niedrigen Bauten bestand; hätte man nicht gewußt, daß es ein Schloß sei, hätte man es für ein Städtchen halten können[1]. Aus diesem Bau, den zu vergessen nicht schwierig gewesen wäre, entwickelte sich für ihn eine Sucht, von der er nicht lassen konnte.
[1] Franz Kafka, Das Schloss



Einen Kommentar schreiben