Leuchtende Gewalt

Im leisen Aufgehen der Stadt
Voll mit Schicksal gepumpt
und satt
Im grossen Zug vereitelt
Drogen und Totenkopf
Sprühkanister
lose und vertan
Und schwer an Bedeutung
legt sich das Glückskind
auf blossen Rücken
und sagt: Bap!
Die Zeit, das Wetter
zusammen vereint
Ausgetragen,
unter Sohlen
das Blut von
Generationen
Über Nymphen

Entwicklungsstadien,
stellen sie dar, steht es
Im Gebiet: Tierkunde
Larvalmerkmale, gibt es keine
Auffindbar bei allmählichen
und unvollkommenen
Metamorphosen, Wandlungen
Oder eben hemimetabolen…
Wir sprechen nicht!
Über Imagines
und unvollständig entwickelte
Flügel und Genitalien
Wir sprechen schon!
Häufig wird jedoch –
Spinntiere, insbesondere
Webspinnen, Milben etc.
Hier sei die Nymphe,
die, im Regelfall
vorkommende Juvenilform
Wir sprechen von!
Häufig wird jedoch,
so es getan wird
Nach der 3. Häutung
über Nymphen gesprochen
Als er die Tiermaske abnahm, sah ich den Schalk den er spielte


Letztens, dachte er, dachte ich daran verrückt zu werden, die Spiegelfelder blinkten und weisse Flecken schwammen umher und auf einmal störte mich das Kostüm, gebunden um meinen Bauch herum und das Klingeln des Alls, das Scheppern des Alarms, überall schien der Frühling um sich zu greifen, als stülpte er sich um mein ganzes Wesen, als würde ich das Spiel nun verlieren. Wir verzichten auf Handlung, antwortete sie, den Blick abwesend über die Blumen streifend; sie waren nicht bloss blau, sondern gelb und in allen Formen erkennbar. Sie schloss das Buch und blätterte in Gedanken. Draussen fuhr die Jugend auf Fahrrädern dem Sommer entgegen. Der Verzicht, fragte er zurück, geschieht zu Gunsten wovon? Niemand antwortete. Die Stille erbrach einen Traum. Wir sind überall…
Das junge Einhorn erstach
Mit einem Bewusstsein
Wohl betäubt und verklärt
Meine Brust, die gar und
Wach hernieder brach
Zwischenwelten

Draussen zünden wir die Lichter an und es dauert nicht mehr lange, bis uns die Farce, die wir unser selbst nennen wieder einholt. Selbst im Urtrieb, dem eigen verursachten, den wir zu einem Mythos der Natur verklären, bleibt das Verständnis aus, weil uns bestimmt nichts daran gelegen ist, das eine Wahre, dass uns angeblich fehlt, auszumachen. Wir wollen uns täuschen – jeden Tag, will man sagen, ist man versucht zu heucheln, aber in Dingen der Zeit machen selbst wir uns nichts vor. Es bleibt der Ausspruch: Jeden Tag…
Selbst wenn uns das Spiel mit der Welt gelingen würde, gelinde gesagt, wenn wir es hinkriegen würden, zu überleben, selbst dann würden wir an unseren eigenen Köpfen erliegen. In diesem Moment, in der Grube, zwischen rieselndem Himmelssand, vertrauen wir unserem Nichtvertrauen, dem ewig trügerischen Wohlgefühl, stetig auf ein Neues synthetisiert.
Draussen zünden wir die Lichter an, während an jeder Strassenecke der Müll brennt und die Polizei, abwechselnd zwischen gelben Taxilichtern, das letzte Schauspiel bietet – Endlosdisco, blaues Funkeln. Und wir erleben einen Unterschuss an Verhältnissen, weil wir, völlig losgesagt und entfesselt, nichts anderes mehr, als die absolute Verkleinerung hinnehmen. Wir wollen nicht das grosse Bild. Es ist uns an Details gelegen.

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