mollicutes

Louisiana

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 23 Juni, 2009

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Man kann, sagte Eve, einen Menschen nicht verändern. Nicht einfach so, jedenfalls. Das ist doch, antwortete Pavor, leider und wirklich Schwachsinn. Jeder lässt sich verändern und genau so geschieht es auch ständig und überall. Jedes Wort kommt an. Sie stritten mindestens einmal in der Stunde. Lieber noch öfters. Meistens endete ein Gespräch im Geschrei. Pine stand währenddessen am Fenster und sah Vögeln im Himmel an, bis die Augen schielten und die Vögel anfingen, als verschwommene Muster über das Fensterglas zu wachsen. Er hörte die Stimmen der Geschwister, verstand aber nicht worüber sie stritten. Es interessierte ihn wirklich nicht. Es machte sowieso keinen Unterschied. Sie blieben unverändert zu ihm, egal, wie sie sich fühlten.
Wahrnehmung, dachte Pine, sie ist wacklig und konzentriert zugleich. Einmal schreckte er entnervt weg und versteckte sich, an die Wand geduckt.
Auf einmal kam alles zusammen und es machte ihn beinahe wahnsinnig, als er verstand, dass er sich anderen Menschen gegenüber fremd fühlen musste, gerade in diesem Leben.
Tiere, dachte Pine, sie beobachten mich. Eve, die Pine gesehen hatte, musste lachen und es lenkte sie von ihrem Streit ab und Pine war das peinlich. Draußen war jetzt wahrscheinlich Winter und das hieß der Schnee müsste bald gegen die Fassade fallen.

Schädelberg

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 20 Juni, 2009

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Im Aufgehen der Sonne siehst du den Weg. Den Weg zum Kalvarienberg.

Gneisstein und Papageitaucher

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 19 Juni, 2009

pilz.1

Ich will sein
bin doch nicht

Viel kommt von Oben, ja:
ins Mich hinein.
In mir drin, will ich dauernd sagen.
Nützt auch nichts, denke ich.
Bringt nichts, was soll schon noch
kommen nach alledem. Damit, nüchtern gesehen,
meine ich: Heute und das ohne Verständnis.
Man kann nicht verzichten,
redet die Stimme.
Was soll schon, frage ich,
überhaupt sein?
Mit mir, frage ich noch.
Innen drin, wiederhole ich.
Lass es, denke ich.
Tief im Kern, gespalten, verworren…
Kann das sein? frage ich. Nichts ist drin.
Mitten im Innensein.
Immer weniger, denke ich:
Strömt aus mir hinaus.
Es muss sein, denke ich.
Fülle ich, und das ist wahr, täglich:
was ich sage, ist mein ich.
Und es bleibt ein
Endlich Sein

Transzendenzverrat

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 18 Juni, 2009

-1

Magst du mich, fragte er sie.
– Das weißt du.
– Ich wollte sicher gehen.
– Ich wollte mich nicht in dich verlieben.
– Niemand hat dich gezwungen.

Goldregen und Wolfsmilch

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 16 Juni, 2009

FL_fig04

Setzt sich unter, blühend
Goldregen, das Knabenkind
und leckt und schmeckt
bis das Gift
den Kopf durchdringt

Tryptichon der Freude

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 15 Juni, 2009

GardenED
Er drückte das Gesicht in den Ellbogen und ihm wurde unmenschlich heiß. Die Augen waren blind. Er sah alles in seinem Innern, es bestand eine Trennung zwischen dem Gefühlten und dem Erlebten, dabei war es ihm nicht möglich richtig zu unterscheiden, wie es sich Innen drin anfühlte und, wie es draußen in der wahren Welt statt fand und was wo hingehörte und in welchem Verhältnis zu einander stand. Jedes Gefühl entsprach einer Tat und jedes Handeln war tatsächlich gefühlt.

Mangel an Knochen

Veröffentlicht in Uncategorized von mollicutes am 9 Juni, 2009

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Du verglühst, ohne je gestrahlt zu haben, sagte er dem Spiegelbild und der Bauch brannte wie die Sonne.