Louisiana

Man kann, sagte Eve, einen Menschen nicht verändern. Nicht einfach so, jedenfalls. Das ist doch, antwortete Pavor, leider und wirklich Schwachsinn. Jeder lässt sich verändern und genau so geschieht es auch ständig und überall. Jedes Wort kommt an. Sie stritten mindestens einmal in der Stunde. Lieber noch öfters. Meistens endete ein Gespräch im Geschrei. Pine stand währenddessen am Fenster und sah Vögeln im Himmel an, bis die Augen schielten und die Vögel anfingen, als verschwommene Muster über das Fensterglas zu wachsen. Er hörte die Stimmen der Geschwister, verstand aber nicht worüber sie stritten. Es interessierte ihn wirklich nicht. Es machte sowieso keinen Unterschied. Sie blieben unverändert zu ihm, egal, wie sie sich fühlten.
Wahrnehmung, dachte Pine, sie ist wacklig und konzentriert zugleich. Einmal schreckte er entnervt weg und versteckte sich, an die Wand geduckt.
Auf einmal kam alles zusammen und es machte ihn beinahe wahnsinnig, als er verstand, dass er sich anderen Menschen gegenüber fremd fühlen musste, gerade in diesem Leben.
Tiere, dachte Pine, sie beobachten mich. Eve, die Pine gesehen hatte, musste lachen und es lenkte sie von ihrem Streit ab und Pine war das peinlich. Draußen war jetzt wahrscheinlich Winter und das hieß der Schnee müsste bald gegen die Fassade fallen.